Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV)

Das Ziel: weder stören, noch gestört werden

EMV-Schutz, eigentlich ganz einfach

a) Andere Geräte nicht stören

Kein technisches Erzeugnis soll andere technische Erzeugnisse stören: Jeder kennt das Phänomen aus eigener Erfahrung. Bis vor einigen Jahren waren es häufig die Mobiltelefone, welche wenn ein Anruf reinkam, z.B. ein Flackern auf dem Computermonitor erzeugten. Vor allem preiswerte Consumer-Elektronik, wie. z.B. günstige Haarföne emittieren viel Strahlung, welche von anderen Geräten aufgefangen werden können.

b) Nicht von anderen Geräten gestört werden

Dies ist der Schutz des eigenen Gerätes vor dem Einfluss von Aussen. Je nach Gerät sind die Anforderungen total verschieden. Zwei Beispiele: Der Haarfön und die Kirchenturmuhr. Bei einer Kirchenturmuhr muss regelmässig damit gerechnet werden, dass ein Blitz einschlägt. Die Elektronik zur Steuerung der Uhr muss dementsprechend häufige grosse Überspannungen vom Blitz unbeschadet überstehen. Nun das Gegenbeispiel, der Haarfön: dieser liegt meistens ungenutzt im Badzimmer und ist vom Stromnetz getrennt. Er wird maximal einige Minuten pro Tag ans Stromnetz eingesteckt, sollte genau in diesem Moment eine Störung kommen, so läuft der Motor kurzfristig ein bisschen schneller (meistens für den Anwender nicht einmal merkbar) und im Extremfall würde der Heizwendel durchbrennen und der Haarfön kaputt gehen. Dies ist also ein akzeptierbares Risiko, da dies sehr selten ist und auch kein Personenschaden entstehen kann (es stinkt höchstens ein bisschen).

Ein Beispiel, wie es nicht sein sollte:

Der Mikrowellenofen ist ein Störsender für das WLAN Netz

Der Hersteller dieses Mikrowellenofens hat zwar bestätigt, dass der Ofen nach den gängigen Normen und Richtlinien CE-konform sei. Nun kommt aber der Knackpunkt: der meistbenutze WLAN-Bereich wird Von 2,3995 bis 2,4845 GHz betrieben, der Mikrowellenherd bei den handelsüblichen 2,45 GHz. Da das Magnetron des Mikrowellenherdes das gleiche Frequenzband benutzt wie das WLAN und dazu aber nicht perfekte Sinuswellen produziert, sind Störungen normal und die Beeinflussung des WLANs somit auch logisch. Entweder hat hier der Gesetzgeber versagt, oder es wurden absichtlich die gleichen Frequenzen gewählt. Höchstwahrscheinlich hat niemand bei der einführung des WLANs jemals daran gedacht, dass man jemals in der Küche ein Kochvideo online anschauen würde ...

Ein gutes Beispiel

Marcel Sonderegger Dr. M. Sonderegger
Tel: +41 52 622 22 55

Haben Sie ein EMV-Problem?
Brauchen Sie Hilfe für die CE-Konformität?

Gerne helfen wir Ihnen professionell weiter.

Ein Element an Ihrem Laptop, welches Sie sicherlich schon bemerkt haben, dient nur der EMV:

Das wohl unbekannteste Teil des Laptops: Ferritkern ums Anschlusskabel. Hier das Entfernen des Ferritkerns

Moderne Netzgeräte für Computer sind mit einem Ferritkern () zur Störungsunterdrückung ausgestattet. Dieses Element unterdrückt die Störsignale welche vom Netzteil herkommen, wie aber auch Computerrauschen (die Stromaufnahme ist bei jeder Rechenoperation vom Laptop verschieden, dies krieiirt ein breitbandiges Rauschen.) vom Laptop zurück ins Netzteil.

Pig-Tail Problematik

Richtiger Anschluss eines geschirmten Kabels
richtiger Anschluss des Kabelschirms mittels einer Schimklemme (gesehen an einem Danfoss-Frequenzumrichter)

Abgeschirmte Kabel sind ein zentraler Bestandteil des EMV-Schutzes. Dieser nützt aber nur was, wenn der Schirm des Kabels auch richtig angeschlossen wurde. Das Metallgeflecht um das Kabel gehört nämlich nicht zusammengedrillt und dann irgendwo angeschlossen, eben dies ist der sogennante Pig-Tail (Sauschwänzchen). Bei hohen Frequenzen (ab 100Mhz) bilden sich in Pig-Tails wegen der Impedanz Spannungen, welche dann andere Komponenten stören. Der Richtige Anschluss ist in gezeigt. So können sich kein Spannungen aufbauen da kein Pig-Tail exisitert.